Mittwoch, 7. Juni 2017

Gigasteps und die Erinnerungen an die Zukunft: "Alles ist CIM" (1987)

 In gewisser Weise war dies ein Fehldruck, weil der Name Gigatrends bereits belegt war und dann in der nächsten Ausgabe in Gigasteps umgewandelt wurde. Leider überstand dieser Brief nicht mehr die Jahrtausendwende. Wahrscheinlich wollte das neue Jahrtausend nicht wissen, dass seine IT-Leute sich vor allem mit ollen Kamellen beschäftigen - und als völlig neu verkaufen möchte. Raimund Vollmer, Autor von Gigasteps








Dienstag, 30. Mai 2017

Heute ist Weltuntergangstag...

... und seit 65 Jahren habe ich an diesem 30. Mai Geburtstag. Denn schon in meiner Kindheit sangen die Leute: "Am 30. Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang." Für mich bedeutet der heutige Tag, dass ich - zumindest virtuell - meinem Rentenalter sehr, sehr nahe, gefählich nahe gekommen bin. Seit einigen Jahren bewegt mich indes eine Generationenfrage: Was vermachen wir eigentlich intellektuell unseren Kindern und Enkeln? Und da ich das Privileg hatte, seit 1975 als Journalist in der IT-Branche arbeiten zu dürfen, also in einer Branche tätig war, die meint, an der vordersten Front der technologischen Entwicklung zu stehen, habe ich mich gefragt: Was hat diese Branche dazu beigetragen, dass es uns so geht, wie es uns heute geht. So habe ich angefangen, all die Ereignisse zu rekapitulieren, deren Zeitgenosse ich sein durfte. Es sind nicht meine Memoiren. Es geht hier nicht um das, was ich erlebt habe, sondern um das, was um mich herum geschah. Nun schaue ich auf das zurück - und habe das Gefühl, dass wir bei weitem nicht so gut waren, wie wir uns zeitweilig fühlten. So entstand diese Vorbemerkung, mit der ich heute - am Weltuntergangstag - mal ein wenig den Vorhang lüften möchte, auch auf die Gefahr hin, dass im Publikum niemand sitzt.

Journalyse-Quelle: Raimund Vollmer

Samstag, 27. Mai 2017

1979: Die Frage nach dem Silicon Valley

1979: »Wo gibt es in Europa etwas Ähnliches wie das, was sich in der Nähe des M.I.T.* oder in Kalifornien im sogenannten 'Silicon Valley' ereignet hat, wo neue selbständige Unternehmen für neue Produkte der Halbleiter-Industrie wie Pilze aus der geschossen sind?«
Herbert Giersch, Leiter des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel

Kommentar: Wir warten immer noch auf eine Antwort. 

*Massachusetts Institute of Technology

Montag, 22. Mai 2017

Software: Fehler lohnen sich (Spässle gemacht)



1989: "Wenn Du den Umfang eines Programms um 50 Prozent erhöhst, steigt der Aufwand, um Fehler zu beseitigen, um 100 bis 150 Prozent."
Jon Shirley, Microsoft

Montag, 17. April 2017

Das Wort zum Ostermontag

Über das Selbstbestimmungsrecht der Völker
"Kollektive Rechte dienen in aller Regel der Unterwerfung von Menschen, nicht ihrer Befreiung, Sie sind einer der großen Irrtümer des 20. Jahrhunderts," schrieb 1989 Ralf Dahrendorf, einer der klügsten Köpfe der letzten 50 Jahre. "Der Kern zivilisierter moderner Gesellschaften liegt in ihrer Fähigkeit, Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters, Herkunft und Kultur gleiche Rechte zu garantieren. Es ist eine traurige Tatsache, dass unterschiedliche Gruppen dies schlechterdings nicht fertigbringen; nicht zuletzt darum ist die Teilung von Ländern im Namen des Selbstbestimmungsrechts eines der großen Themen der Zeit. Es wäre abwegig zu leugnen, dass es in einigen Fällen andere Lösungen praktisch nicht gibt. Aber das rechtfertigt die traurige Tatsache nicht, dass das Selbstbestimmungsrecht ein Instrument der Entzivilisierung und Barbarisierung ist, ein Zeugnis der Unfähigkeit zur Freiheit in Vielfalt. Es wird Zeit, dass es aus dem Wortschatz der internationalen Politik verschwindet."
Journalyse-Quelle: Die Zeit, 28. April 1989, Ralf Dahrendorf: "Nur Menschen haben Rechte"



Freitag, 24. März 2017

Rück-Click 1975_ Über Computer

Wenn man diese mehr als 40 Jahre alte Anzeige der IBM liest, dann fragt man sich, was dieses ganze Trara um die Digitalisierung eigentlich soll. Die Litanei der Veränderungen, die sich hier andeutet, hat sich in den letzten vier Jahrzehnten unentwegt und ziemlich evolutionär fortgesetzt. Die Arbeiterschaft, die seit 100 Jahren mit der Automatsierung der Arbeitswelt fertigwerden muss, hat in den siebziger Jahren - in geradezu heroischer Form - die Digitalisierung gemeistert. Dabei waren sie ohne Abitur, ohne Fach- oder Hochschulausbildung, oftmals hatten sie ihren Beruf noch vor dem Krieg gelernt - und sie haben die Veränderungen gemeistert, ohne dass eine Hannover Messe deshalb dasraus ein Event machen musste. Heute wird so getan, als ob wir wunderswas leisten müssen, um den Wandel zu bewältigen. Damals wie heute waren es die Bürohengste, allen voran die Führungskräfte, die am meisten Angst vor dem Wandel hatten. Sie hatten auch den größten Nachholbedarf, als in den 80er Jahren der PC anrollte. Das Handy schien ihnen dann eingangs des 21. Jahrhunderts die Kontrolle über alles und vor allem jeden zurückzugeben - und so managen sie sich und ihre Mitarbeiter auch. Übers Handy. Übers Gehör und über Textnachrichten. Wenn sie stattdessen einmal das benutzen würden, was sie zwischen den Ohren haben, würden sie feststellen, dass sie hinter ihren Mitarbeitern emotional und intellektuell weit zurückliegen. Technisch Avantgarde zu sein, was sie an der Typennummer ihres Smartphones zu belegen versuchen), ist kein Ersatz für den Gebrauch des eigenen Verstandes - und für Zivilcourage. Aber das ist ein ganz anderes Thema - es stünde unter der Überschrift: "Über Manager"...

Donnerstag, 2. März 2017

Rück-Click 1998: Die Bank als Kathedrale



1996: "Die Branche brachte den Leuten bei, bei einem Bankenbesuch an Marmorhallen zu denken, die fast schon an Kathedralen erinnerten. Nun erzählen wir den Menschen, dass es in Ordnung ist, wenn sie zuhause beten. Aber wir haben zu verstehen, dass unser Produkt, also Geld, eine Menge soziologische Überlagerungen besitzt, die wir nicht einfach hinwegfegen können, indem wir die Sicht auf unser Geschäft ändern."
Martin Taylor, Vorstandschef der britischen Barclays Bank

Mittwoch, 1. Februar 2017

Der VW Skandal: Warum sind die Wolfsburger eigentlich noch nicht pleite?

Der Abgasskandal hat sich inzwischen auf eine Schadenssumme von etwa 25 Milliarden Dollar für VW aufsummiert, berichtet das Wall Street Journal. "Wie kann man soviel Geld zahlen, ohne Pleite anzumelden", meint einer der Leser. Es ist nun der "unschuldige Aktionär, der die Rechnung zu bezahlen hat", meint ein anderer. Ein dritter Leser wird drastisch und zitiert ein fiktives Statement, das er in Deutsch niederschreibt: "Der Grund dafür ist, dass wir ein Haufen Scheißköpfe sind." Ein anderer entrüstet sich über die Höhe der Strafe im Vergleich zu dem, was die Kunden bekommen: "Die Regierung bekommt zehnmal mehr als die Kunden". Auch nicht schlecht, möchte man mit erhobener Augenbraue hinzufügen. Ein anderer fragt sich, ob VW nun die anstehenden Rückkäufe aus ihrer Verkaufsstatistik rausnimmt - was ihre Position als Nummer 1 oder 2 am Weltmarkt gefährden könne.
Mehr denn je ist Volkswagen eine Lachnummer - da kommt Bosch gut weg: 325 Millionen Dollar kostet den schwäbischen Zulieferer der Vergleich, der zu zahlen ist für die Software, die den Schwindel möglich machte. Natürlich ist dies nicht mit einem Schuldeingeständnis verbunden, sondern mit dem Wunsch, endlich Ruhe zu haben.

Speicherpreise 1977: Ein 16-K-Memory kostete 575 Dollar

... und brachte damit den Preis pro Megabyte auf 36.800 Dollar. In 4-K-Schritten war das Megabyte billiger: 23.000 Dollar. Aber was für ein Vergleich mit 1957. Wer damals sich den Luxus leisten wollte, seinem Rechner einen megamageren Hauptspeicher zu gönnen, hätte
für 1 Megabyte 411 Millionen Dollar in 1957
hinlegen müssen.
Und nun zählen Sie mal die Milliarden, die unter der Hülle Ihres Smartphones schuften.